| |
FFL0EV > DARC 18.01.26 22:56l 63 Lines 3130 Bytes #999 (7) @ BCMNET
BID : I0HFFLB0X_0P
Read: GAST
Subj: Könnte Amateurfunk helfen, einen Internetausfall zu überstehen?
Path: DBO841<FFLB0X
Sent: 260118/1415z @:FFLB0X.#BAY.DEU.BCMNET [[FFL-B0X]] obcm1.13-37-gc689 LT:00
From: FFL0EV @ FFLB0X.#BAY.DEU.BCMNET (FFL e.V.)
To: DARC @ BCMNET
X-Info: Sent with login password
Taiwan
Könnte Amateurfunk helfen, einen Internetausfall zu überstehen?
Angesichts der Befürchtung, China könne Taiwans Unterwasser-Internetkabel
sabotieren, hat die taiwanesische Zivilschutzgruppe Ganghu damit begonnen,
Menschen zu Funkamateuren auszubilden, damit sie auch dann kommunizieren
können, wenn das Internet nicht verfügbar ist. Dies berichtet die Deutsche
Welle auf ihrer englischsprachigen Internetseite [1].
Taiwan ist derzeit auf über 25 internationale und inländische Kommunika-
tionskabel angewiesen [2], um mehr als 90 Prozent seines Internetverkehrs
zu übertragen. Ohne diese Kabel könnte die Insel von der Außenwelt abge-
schnitten werden und die interne Kommunikation würde wahrscheinlich
ebenfalls zusammenbrechen. Laut einem Bericht des Nationalen Sicherheits-
büros Taiwans aus dem Jahr 2025 werden diese "digitalen Lebensadern"
durchschnittlich sieben bis acht Mal pro Jahr beschädigt.
Die taiwanesische Zivilschutzgruppe Ganghu hat daher damit begonnen,
Menschen darin zu schulen, wie sie mit Amateurfunk kommunizieren können,
wenn das Internet nicht verfügbar ist. Die Zivilschutzgruppe Ganghu betreut
mit ihren Mitgliedern eine Fläche von ca. 54km² mit ungefähr 390.000 Ein-
wohner. Dies entspricht der Fläche der Stadt Herne mit der Einwohnerzahl
von Bochum. Einen ähnlichen Ansatz wie die Gruppe aus Ganghu beschreibt der
DARC mit seinem Konzept "Notfunk im OV", bei welchem die Mitglieder sich
und ihrer Nachbarschaft im Falle einer Katastrophe unterstützen sollen.
Durch die große Spannungslage in der sich Taiwan befindet, ist diese Aus-
bildung ein Versuch, die Folgen der latenten Gefahren abzumildern.
Obwohl es Amateurfunk weltweit schon seit rund 100 Jahren gibt, ist er in
Taiwan gerademal fünfzig Jahre jung. Denn unter der Kuomintang (Nationa-
listische Partei), deren Führer nach ihrer Niederlage gegen Mao Zedongs
Kommunistische Partei im chinesischen Bürgerkrieg 1949 auf die Insel
flohen, war die zivile Nutzung des Amateurfunks praktisch verboten. Die
Regierung fürchtete sich vor funkenden Spionen vom Festland. Die ersten
Lizenzprüfungen fanden in Taiwan erst 1984 statt. Heute, da die Gefahr
eines Konflikts zwischen Taiwan und China wieder in den Schlagzeilen ist,
gibt es laut der Nationalen Kommunikationskommission etwa 25.000 lizen-
zierte Funkamateure in Taiwan. Die Bevölkerungszahl Taiwans liegt bei
ca. 24,3 Mio. Bewohnern. Das entspricht einem Anteil von ca. 0,11 Prozent.
Zum Vergleich: Deutschland hat rund 83,5 Mio. Einwohner und rund 61.000
Funkamateure, dementsprechend liegt deren Anteil lediglich bei 0,073
Prozent.
Auch die Los Angeles Times hat dem Thema "Amateurfunk in Taiwan" einen
ausführlichen Bericht gewidmet, aus dem das beistehende Foto stammt:
latimes.com.
[1] https://p.dw.com/p/56W9n
[2] https://www.submarinecablemap.com/country/taiwan
--
Quelle: https://www.darc.de/home/
* Mit freundlicher Genehmigung vom DARC e.V. ins Packet Radio übernommen *
Funkfreunde Landshut e.V.
www.funkfreundelandshut.de
Lese vorherige Mail | Lese naechste Mail
| |