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Weltraum
Ein Blick zehn Milliarden Jahre zurück – 
mit SDR, Interferometrie und Amateurfunk‑Know‑how

In Vorbereitung auf die bemannte NASA Mission Artemis II haben die 
Radioteleskope in Bochum (20 m) und Radioteleskop Dwingeloo (25 m) 
in den Niederlanden erstmalig eine gemeinsame Beobachtung des fernen 
Quasars J2136+0041 durchgeführt. Wie die AMSAT-DL berichtet, wurden 
beide Anlagen dabei als Interferometer betrieben – eine Methode, bei 
der zwei räumlich getrennte Antennen so synchronisiert werden, dass 
sie wie ein einziges großes virtuelles Teleskop mit einer Basislinie 
von mehreren Hundert Kilometern wirken.

Dieses Prinzip wird auch allgemein als Very Long Baseline Interfero-
metry (VLBI) bezeichnet, eine Technik, die extreme Winkelauflösungen 
ermöglicht und selbst winzige Strukturen am Himmel sichtbar macht.

Quasar QSO J2136+0041
Das beobachtete Objekt ist alles andere als alltäglich. Quasare gehören 
zu den energiereichsten Erscheinungen des Kosmos. Sie markieren die 
Zentren junger Galaxien, in denen ein supermassereiches Schwarzes Loch 
gewaltige Materiemengen verschlingt. Dabei werden enorme Energiemengen 
freigesetzt, die als intensive Strahlungsquellen selbst über Milliarden 
Lichtjahre hinweg noch messbar sind. Die Beobachtung erfolgte im S Band,
einem Frequenzbereich, der sowohl in der Raumfahrtkommunikation als auch 
in der Radioastronomie eine zentrale Rolle spielt. Quasare sind im 
Radiobereich hervorragende Referenzquellen – stabil, hell und über 
kosmologische Distanzen hinweg messbar.

10 Milliarden Jahre Reisezeit mit Lichtgeschwindigkeit
Besonders eindrucksvoll ist die zeitliche Dimension dieser Messung: Die 
Radiowellen von QSO J2136+0041, die in Bochum und Dwingeloo empfangen 
wurden, haben rund zehn Milliarden Jahre Reisezeit mit Lichtgeschwin-
digkeit hinter sich – sie wurden ausgesendet, als unser Sonnensystem 
noch gar nicht existierte. Sie stammen aus einer Epoche, in der das 
Universum noch jung war und unsere Milchstraße gerade erst begann, ihre 
heutige Form anzunehmen. Zum Vergleich: Unser Sonnensystem existiert 
erst seit etwa 4,6 Milliarden Jahren. Die empfangenen Signale sind also 
mehr als doppelt so alt wie die Erde selbst!

Software‑Defined‑Radio‑Technik (SDR)
Zum Einsatz kam moderne Software Defined Radio Technik (SDR) – ein 
Ansatz, der vielen Funkamateuren bestens vertraut ist. Statt speziali-
sierter, fest verdrahteter Empfangstechnik übernehmen Software und 
digitale Signalverarbeitung die Hauptarbeit: Abtastung, Filterung, 
Frequenzumsetzung und Korrelation erfolgen rechnergestützt. Gerade bei 
extrem schwachen Signalen, wie sie aus Milliarden Lichtjahren 
Entfernung eintreffen, sind saubere Zeitreferenzen, stabile Oszilla-
toren und präzise Signalverarbeitung entscheidend. Prinzipien, die 
auch bei EME Betrieb, bei digitalen Weak Signal Modes oder bei eigenen 
Amateur VLBI Experimenten eine zentrale Rolle spielen.

Fazit
Für die Sternwarte Bochum und Funkgemeinschaft zeigt dieses Projekt 
eindrucksvoll, wie Amateurastronomie und professionelle Radioastronomie 
zusammenwachsen können. Mit modernen SDRs, präzisen Zeitquellen und 
internationaler Zusammenarbeit lassen sich Messungen durchführen, die 
vor wenigen Jahrzehnten ausschließlich großen Observatorien vorbehalten 
waren. Diese Technik funktioniert auch im kleineren Rahmen, als nur mit 
25m oder 20m Radioteleskopen und eröffnet Funkamateuren neue interes-
sante Gebiete ihr Wissen zu erweitern. Wir werden unsere gemeinsame 
Zusammenarbeit mit dem Radioteleskop Dwingeloo weiter ausbauen, denn 
dort hat man bezüglich Radioastronomie wesentlich mehr Erfahrungen und 
Know-How als bei der Sternwarte Bochum. Neben Deep Space Kommunikation 
mit Raumfahrzeugen im interplanetaren Raum und um den Mond herum, 
ergeben sich hier vielfältige neue Möglichkeiten, auch im Bereich der 
Bildung und Forschung.

Darüber berichten Peter Gülzow, DB2OS, und Thomas Telkamp, PA8Z. Die 
ausführliche Orinalmeldung finden Sie auf der Webseite der AMSAT-DL.

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Quelle: https://www.darc.de/home/

 * Mit freundlicher Genehmigung vom DARC e.V. ins Packet Radio übernommen *

Funkfreunde Landshut e.V.
www.funkfreundelandshut.de

 


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